Oekonews
 
 
Berliner Kurier 01.10.98
Weltneuheit: Auf diesen Hanf können Sie bauen

PRENZLAU - Hanf - ein Stoff mit ungeahnten Möglichkeiten: In Sternhagen verließen jetzt die ersten Ton-Hanf-Systemsteine die Presse. Eine Weltneuheit.

Sie sind schwerer als Gasbetonsteine, werden mit 220 Mark pro Kubikmeter auch etwas mehr kosten. Ihr Vorteil? "Sie erfüllen die Norm für Niedrigenergie-Häuser und garantieren ein gesundes Klima in den Räumen", sagt Wolfgang Fritz (48) vom Verein "Natur-Faser-Haus".

Gut ein Jahr hat es gedauert, bis die 19 Tüftler vom Forschungsprojekt "Anwendung nachwachsender Rohstoffe im Lehmbau" am Ziel waren. "An die 1000 Mischungen und verschiedene Formen mußten ausprobiert werden."

Das genaue "Rezept" des Prototyps verrät Fritz nicht. Nur soviel: "Ton wird mit sogenannten Schäben, dem Holzanteil von Hanf, und Hanffasern vermengt. Die Schäben sorgen für Dämmung, die Fasern für Festigkeit."

Verwendet werden sollen die Steine nur beim Bau von Fachwerkhäusern. Das erste Versuchs-Ton-Hanf-Haus soll nächstes Jahr entstehen. "Nicht mit Mörtel, sondern einem Kleber aus Ton, Roggen- und Kartoffelmehl."

Gefördert wird das Projekt von Umwelt- und Arbeitsamt. "Noch", sagt Fritz. "Doch wir werden uns selbständig machen." Die Chancen auf Erfolg stehen nicht schlecht.

Denn nirgendwo in Deutschland werden soviel nachwachsende Rohstoffe angebaut wie in Brandenburg. Hanf wuchs in diesem Jahr auf 706 Hektar (1991 waren es 90). Und die im April eröffnete Hanf-Faser-Fabrik in Prenzlau könnte schon jetzt die Ernte von 1000 Hektar aufbereiten.

Marion Klemp



Hanfanbau
Hanfproduktlinienprojekt
 
 
Highlight's

Zurück! 
es/miscs/fuszeile_transparent.gif" HEIGHT=59 WIDTH=454> L>